UNTERNEHMENSSTEUERUNG - WIE LEGEN WIR ES AN?

DER EWIGE WUNSCH NACH DEM RICHTIGEN HANDELN

Viele Unternehmen – nicht selten von Eigentümern geführte – setzen auf kurzfristig eingeleitete Steuerungsmechanismen, die oft von der situativen Geschäftsentwicklung abhängig sind und gleichzeitig auf der Grundlage von bereits eingetroffenen Erfolgs- und Finanzdaten getragen werden. Der Ansatz ist verständlich. Regelmäßig wiederkehrende Geschäftsabläufe, die detaillierte Kenntnis des eigenen Business und jahrzehntelange Erfahrung verlangen, erleichtern den Steuerungsprozess. Was soll daran schlecht sein? Offensichtlich geht es auch ohne Planung und Budgetierung, obwohl vehement von jedermann gefordert. Wenn immer wieder im Falle von Rentabilitäts- und Liquiditätslücken mit einfachen Mitteln gegen gesteuert werden konnte, wird der Wunsch, präziser in die Zukunft zu schauen, mehr und mehr vernachlässigt werden. Es liegt aber auch auf der Hand, dass damit die Risikoeinschätzung wie auch sich auftuende Zukunftschancen rascher aus dem Blickfeld geraten könnten.

DIE ZUKUNFT PRÄZISIEREN. WELCHER KRAFTAKT IST DAMIT VERBUNDEN?

Ist somit der Verzicht auf Planung und Budgetierung ein schwerwiegender Managementfehler? Alles dazu ist in der einschlägigen Literatur zu finden. Vorschau kann einfach sein, sie kann rasch und flexibel aufbereitet sein, sie kann hoch detailliert bis weit überzogen organisiert sein, sie kann hochaggregiert und auf wenige Teilbereiche reduziert sein. In Wahrheit geht es nur um eine Antwort: Was erwarten die Verantwortlichen vom neuen Wirtschaftsjahr? Kann unter Berücksichtigung aller Annahmen, das Unternehmen fortbestehen, sich die Vorhaben leisten und die Eigentümer zufrieden stellen? Diese Fragen sollte von einem Expertenteam gestellt und beantwortet werden. Viele Köche verfeinern den Brei. Vor allem wenn im bereits angelaufenen Planjahr schon nach zwei bis drei Monaten Plan-/Soll-Ist-Abweichungen eingetreten und diskussionswürdig sind. Etwa mit Fragestellungen konfrontiert, ob die Umsatzdelle aufzuholen sein wird oder ob sie durch höhere Gewalt (Umwelt, Schadensfälle, Saisonabhängigkeit usw.) oder durch Managementfehler zustande gekommen ist? Die Beantwortung im Expertenteam ist jedenfalls verbindlicher als durch Alleinentscheider. Im Expertenteam hat jeder seinen Verantwortungsbereich und wird demnach seine Lösungsvorschläge fachgerecht einbringen können. Nicht zu vergessen ist der damit einhergehende Motivations- und Informationsfaktor, den das Team an Mitwirkende aller Bereiche weiterträgt.

Trotzdem darf der monatliche Steuerungsprozess trotz hoher Planungsgenauigkeit und aussagekräftiger Soll-/Ist-Analyse kombiniert mit fachgerechter Forecast-Logik nicht zur zeitgedrängten Pflichtübung vernachlässigt werden. Immer nur nach gleichem Muster und schemenhaft zu berichten, ohne Umsetzungs- und Maßnahmenpakete zu schnüren, wird zu wenig sein. Damit einher geht eine Verhaltenssteuerung, die empfiehlt, welcher Trend sich Monat für Monat neu abzeichnet und die anweist, wie Korrekturen zu setzen sind.

Das erleben wir in unserer Beratungstätigkeit immer wieder, dass nach internen Standards Ergebnisse geliefert werden, ohne sie zu hinterfragen. Nicht selten kam das böse Erwachen mit dem letzten Berichtsmonat, weil ergebnisbeeinflussende Tatbestände während der voran gegangen Perioden unberücksichtigt oder unentdeckt blieben.

TO CUT A LONG STORY SHORT

Eine Generalnorm lässt sich recht einfach festschreiben. Unternehmenssteuerung basiert auf realen, vorwiegend finanzwirtschaftlichen Ist-Zahlen. Notgedrungen in Unternehmen ohne Planungsfokus. Natürlich aber auch in Unternehmen mit gut organisierten und modernen Controlling-Konzeptionen. Denn qualitativ gleichwertige Plan- und Ist-Daten erleichtern das bedarfsgerechte und vor allem schnellere Gegensteuern, weil ein größerer Verantwortungskreis einheitliche Ziele verfolgt, die ursprünglich getroffenen Erwartungen kennt und ein breiteres Konzept für Teillösungen einbringen wird.