DAS WICHTIGSTE IST DIE BOTSCHAFT

ROLF HICHERT: ALLES ANDERE IST MITTEL ZUM ZWECK

Das Entscheidende in der Kommunikation zwischen Menschen ist, dass mein Gegenüber auch versteht, worum es mir geht. Rolf Hichert sieht sich nicht als Kommunikationsexperte. Er ist leidender Konsument schlechter Präsentationen und Berichte.

Die Materie ist komplex. Es reicht nicht, einfach die Farben rauszunehmen und das Ganze ein bisschen abzuspecken. Wir treffen Rolf Hichert am Flughafen Zürich. Kaum hingesetzt legt er sofort los. Gleich zu Beginn wird klar, hier spricht ein Mensch, der seine Arbeit mit Begeisterung und aus Überzeugung macht.Und aus Ärger. Ärger über schlechte Präsentation, gestohlene Zeit und Unehrlichkeit.

Sie haben einmal von einer grausigen Kultur der Dekoration gesprochen. Warum gibt es die denn überhaupt noch?

Ich kenne viele Schaubilder, auf denen man in erster Linie Corporate-Design-Elemente sieht. Und wenig Inhalt. Völlig egal, ob es sich um eine Versicherung oder ein Stahlwerk handelt. Alles sieht gleich aus. Das ist eine Kultur, die geprägt ist von PowerPoint, Dekoration und einem falsch verstandenen Corporate Design. Bei mittelständischen Unternehmen ist das anders als bei Konzernen. Dort reden die Leute noch miteinander. Je größer die Firmen, desto wichtiger ist das ganze Drumherum.

Warum ist das so? Warum hat sich das so eingebürgert?

Ich weiß es nicht. Aber ich denke, es hat mit der Firmenkultur zu tun. Mit der Bereitschaft, klare Aussagen zu machen und damit ein gewisses Risiko einzugehen. Viele verstecken sich einfach hinter ihren Power-Point-Präsentationen.