Die Retrospektive bringt interessante Markttrends zutage. Während bis zur Mitte der 90er Jahre Softwarelösungen mit vordefinierten Planungsstandards gesucht wurden, somit die Entscheidungskompetenz vom Fachbereich Controlling zu tragen war, so war es in den Jahren danach die IT-Abteilung, die die rasant wachsende Technologie durch vielfältige Zukäufe von Tools aller Art zu managen versuchte. Reporting-Lösungen, Analyse-Tools, originäre Planungs-Ansätze, ETL-Unterstützungen usw. wurden am Markt wie wild analysiert und in die IT-Landschaften zu integrieren versucht. Neuerdings haben sich die Abteilungsfronten wieder rekalmiert und man ist bestrebt die Software-Auswahl gemeinsam zu treffen. In fast allen Entscheidungsprozessen sitzen Fachbereichs- und IT-Verantwortliche wieder an einem Tisch. Was hat sich im Vergleich zu den Vorjahren tatsächlich verändert?

Wir erkennen, dass Fachbereichs- und IT-Standards wichtig sind und die Basis für jede Entscheidung bilden. Der Schwerpunkt einer neuen Anwendung liegt aber in der Software-Anpassung. Das flexible und zeitlich nahe Customizing dominiert den Entscheidungsprozess. Gegenwärtige BI-Lösungen müssen fit und knetbar für betriebswirtschaftliche und informationstechnologische Anpassungen sein. Um diesen Wunsch erfüllen zu können, bedarf es einer umfassenden Erhebung des Anforderungsprofiles, sowohl für die Kaufentscheidung wie auch für die nachfolgende Implementierung. Diese unternehmerische Hausaufgabe wird sehr oft vernachlässigt. Die Meinung alle Anforderungen ohnehin im Kopf aber nicht auf Papier zu haben und entscheidungserleichternden Informationen aus „Hersteller-Auditions“ zu gewinnen, kann jedes Projekt rasch zum Scheitern bringen.

Aus diesem und natürlich auch anderen Gründen wollen wir mit diesem Magazin vielfältige BI-Projekte mit unterschiedlichen Kundenanforderungen vorstellen, um den Lesern das breite Spektrum von Business Intelligence als Technologie und als Lösung zu zeigen. Am Ende der Berichte bieten wir für den Software-Auswahlprozess einen Entscheidungsbaum an, der die sog. „vorbereitenden Hausaufgaben“ in einer einfachen Struktur präsentieren und erleichtern soll.

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich

Kommentare

Keine Kommentare